Buch der Woche

Bildschirmfoto 2018-04-15 um 09.34.16Daniel Anker von der viel beachteten Schweizer Seite über zeitgenössische Bergliteratur www.bergliteratur.ch macht Bernd Arnold – Ein Grenzgang zu seinem „Buch der Woche“ und schreibt eine wohlwollende Rezension. Er meint, ich habe “ …eine sehr schöne und sehr lesenswerte biografische Dokumentation geschaffen…“ Der Autor dankt natürlich und freut sich sehr.

Drei Bullis und Erika

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Mein Freund Heri ist älter als ich. Scheint kaum möglich zu sein, ist aber so. Ich darf ihn seit Kurzem „Alt-68er“ nennen. Er hat, wie ich, als Fünfzehnjähriger mit dem Klettern begonnen. 1966 war das, in der Eifel. Nicht schön, aber dafür kann er ja nichts.

1971 war er als Teilnehmer bei der „Kölner Hindukusch-Expedition“ dabei. Hat der DAV organisiert. Kein Witz. Sie waren zu zehnt. Neun Männer und eine Frau. Erika. Sie wurde in eine rosafarbene Daunenjacke gesteckt, die etwas zu groß war, musste während der gesamten Expedition als einzige keinen Rucksack tragen und war im Besitz eines schlecht sitzenden roten Bikini-Oberteils. Spielt zwar keine Rolle, aber man konnte das in dem Super-8-Filmchen sehen, das von der Expedition gedreht wurde.

Sie fuhren in Köln mit drei gebraucht gekauften VW-Bullis los. Ein blauer, ein roter, ein gelber. Praktisch. Konnte man sie auf jeden Fall nicht verwechseln. Der gelbe gehörte vorher der Deutschen Bundespost. Gibt’s heute auch nicht mehr. Die Hinfahrt dauerte einen Monat. Sie sind über die Balkanroute in die Türkei, durchs wilde Kurdistan in den Iran und über Afghanistan nach Pakistan. Muss man sich heute mal vorstellen. Ab und zu sind sie in den Graben gefahren oder hatten einen Platten. Passiert schon mal. Oder sie haben sich verloren, weil einer der Bullis nach Aserbaidschan abgebogen ist und es erst sehr spät gemerkt hat. Sie konnten ihn auch nicht anrufen, weil es im aserbaidschanischen Grenzgebiet keine Telefonzellen gab. Und, ach ja, Handys hatten sie auch irgendwie keine.

In Afghanistan waren sie kurzzeitig überrascht, dass sie von den verschleierten Frauen, die am Wegesrand saßen, mit Steinen beworfen wurden. Okay, vielleicht hätten sie sie nicht fotografieren sollen. Sie haben Träger organisiert, die ihre Klamotten in die Buni-Zom-Gruppe geschleppt haben. Buni Zom – kennt kein Mensch. Als sie in ein Dorf kamen, gab es eine Schlägerei zwischen den Dorfbewohnern und ihren Trägern, weil die Dorfbewohner auch Lust bekommen hatten, die Sachen weiterzuschleppen.

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In der Buni-Zom-Gruppe  haben sie Vermessungen vorgenommen, weil es davon noch keine Karten gab. Und dann noch ein paar Berge erstbestiegen. Mit Erika. Den Awi Zom zum Beispiel. Der ist 6484 Meter hoch. Von dort hatten sie einen schönen Blick auf den Tirich Mir. Das ist der höchste Berg da in der Gegend. Der Ausblick entschädigte auf jeden Fall für die Mühen des Aufstiegs, da waren sich alle einig.

Nachdem sie fünf Wochen da herumgekraxelt waren und alles genau vermessen hatten, sind sie mit ihren Bullis wieder nach Köln gefahren. Die gleiche Strecke wie auf der Hinfahrt. Hat auch wieder einen Monat gedauert. Die Bullis haben sie dann in Köln wieder verkauft. Brauchten sie ja nicht mehr.

Ich werde morgen beim Alpenverein anrufen und fragen, ob sie mir auch mal einen Bulli geben. Zum irgendwo hinfahren. Jetzt, wo sie wegen Olympia so viel Geld haben, müsste das doch eigentlich möglich sein.

(Fotos: Archiv Heribert Hoven)

Das erste Highlight

110_BA_1Am Do 22.02.2018 lese ich um 19:30 Uhr im Alpinen Museum auf der Praterinsel in München aus meinem neuen Buch „Bernd Arnold – Ein Grenzgang„. Bernd und mit ihm nahezu alle noch lebenden Expeditionsmitglieder werden anwesend sein. Die Veranstaltung wird von Micki Pause moderiert. Auf dem Bild von 1988 sind zu sehen: Martin Leinauer (†), Jörg Schneider, Thomas Lipinski, Jörg Wilz, Hartmut Münchenbach, Kurt Albert (†), der pakistanische Verbindungsoffizier, Wolfgang Güllich (†), Martin Schwiersch, Wolfgang Kraus. Foto: Bernd Arnold.

 

Meisterlich

26906261_10208237980466788_863149326_oBernd Arnold liebt nicht nur Grenzgänge am Fels, sondern ist auch ein begnadeter Skiläufer. Wie in vielen anderen Wintern zuvor hat er auch in diesem Jahr wieder das traditionelle Skirennen Sachsensausen auf dem Stubaigletscher gewonnen. Und das mit knapp 71 nicht nur bei den „Alten Herren“ sondern auch in der „Allgemeinen Herrenklasse“. Herzlichen Glückwunsch! (Foto: Gerald Lehner)

 

Toller Tourneeauftakt

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Volles Haus, eine stimmungsvolle Lesung, ein dankbares und begeisterungsfähiges Publikum. Die Auftaktlesung im Escaladrome Hannover war ein voller Erfolg. Für die IG Klettern Niedersachsen kamen stolze 684,84 € Spenden zusammen. Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben! Und – nach der Lesung ist vor der Lesung: Am 7. Februar geht’s im tapir Leipzig weiter. Auch dort stelle ich natürlich mein neues Buch Bernd Arnold – Ein Grenzgang vor. (Foto: escaladrome)

 

Adrenalin pur

Hardcover 3DIm neuesten „Bücherberg“ des DAV-Panoramas findet sich eine sehr wohlwollende und interessante Rezension von „Bernd Arnold – Ein Grenzgang“. Zitat: „Aus den nüchternen Tagebuchnotaten und den Berichten der übrigen Beteiligten destilliert er pures Adrenalin, das in einem Zug genossen werden kann.“ Auch sieht der Rezensent in meinem Buch Anzeichen, dass die gute alte Novelle doch noch lebt …

Ein Hörerurteil

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Hier ein, wie ich finde, äußerst erfreuliches Urteil eines meiner Lesungsgäste:

“ (…) Es war dieses neue Buch, aus dem gelesen wurde und von dem ich bisher nur Gutes gehört hatte. Es sollte sich bestätigen. Das was ich da hörte, war überwältigend. Zum einen wegen der Geschichte, die da erzählt wurde, zum anderen aber auch, wie diese Geschichte erzählt wurde. Ich war dabei, in dopeltem Sinne. Nicht nur bei der Lesung, sondern da draußen am Berg. Peter Brunnert liest nicht nur vor – er betreibt einen Projektor für das Kopfkino. Man hängt an seinen Lippen und wartet auf das nächste Wort. Und wenn er sonst mit Pointen zu brillieren weiß, so kommt auf einmal eine Geschichte aus seiner Feder, die keinen unberührt lassen dürfte, eine Geschichte, die das Leben schrieb. (…)“